Westhäkchen feiern ihre Premiere

Das junge Ensemble bot anderthalb Stunden lang seine eigene, witzige Sicht auf die Welt. FOTO: A. Blazy

Ratingen. Aus dem Programm „XY“ lernten die begeisterten Zuhörer unter anderem, dass Ratingen eine „Wall Street“ hat. Von Monika von Kürten
WEST Gut eineinhalb Stunden erlebte ein begeistertes Publikum wortgewandten Witz – und bekam eine bunte Mischung aus Comedy, Kabarett und Show geboten. Aus jugendlicher Sicht betrachtet, brachten die Westhäkchen auf lustige und sympathische Weise Missstände, Probleme und Phänomene der heutigen Zeit in einer bunten Mischung aus Schauspiel, Musik und Fotos auf die Bühne.

Gleich zu Beginn ging es um Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Ratingen und den USA: „Wir haben zwar keinen Trump Tower, dafür aber drei Türme“, wurde unter anderem erklärt. Zu sehen gab es Fotos vom Dicken Turm, dem Trinsen- und Kornsturm. Ein Foto vom Straßenschild „Wallstraße“ unterstrich die Behauptung, dass es auch in Ratingen ein Finanzzentrum an der „Wallstreet“ gibt.

In den weiteren Darbietungen ließen ein Patient mit Kommunikationsstörung beim Psychiater, eine Abiturprüfung in Form einer RTL-Castingshow, das neue Unterrichtsfach „Schießen“ in der Grundschule, eine Wohnungskündigung durch Nachbarn, die keine Kinder mögen und vieles mehr keine Langeweile aufkommen. Die Westhäkchen machten keinen Halt vor Trump, Putin und Erdogan, und auch deutsche Politiker wurden aufs Korn genommen.

„Ich bin immer wieder beeindruckt von der Leistung der Laiendarsteller und wie aktuell sie dabei sind. Mir gefällt es, dass die Schüler selber die Themen aussuchen und umsetzen können“, sagte eine begeisterte Zuschauerin, die schon lange Fan der Theatergruppe ist.

„Aber gerade neue Schauspieler zu finden ist nicht leicht, und es ist eine Herausforderung, die Schüler bei Laune zu halten. Denn das Korsett Schule wird immer enger geschnürt. Der Unterricht geht bis in den Nachmittag, es gibt für sie viele sonstige Termine. Da ist es unter Umständen schwierig, für die ‚Westhäkchen‘ Zeit aufzubringen. Sogar heute Morgen bei der Generalprobe konnten zwei Schüler beispielsweise nicht dabei sein“, sagte Heiner von Schwamen, Regisseur und Gründer der Theatergruppe.

Das Ensemble besteht aus zehn Schülern der Jahrgangsstufen neun bis zwölf. Vier von ihnen sind in diesem Jahr das erste Mal dabei. Zusätzlich wird die Gruppe von zwei Ehemaligen unterstützt, die in Gastrollen auftreten. „Bei uns herrscht ein guter Teamgeist, das haben wir in den letzten Tagen bei den intensiven Proben besonders gemerkt. Jeder hilft und motiviert jeden. Gemeinsam hatten wir auch die Themen für das Programm zusammengestellt, und überlegt, wie wir sie am besten rüberbringen können „, erklärte Cara, ein „alter Hase“.

Lang anhaltender Applaus belohnte nach der gelungenen Vorstellung die Arbeit der witzigen jungen Schauspieler.

RP 17.03.2017

Flüchtlingskinder lernen schnell

Ratingen · Aktueller Stand der Integrationsarbeit der Stadt: Sie bemüht sich um möglichst homogene Lerngruppen.

RP 20.01.2017, 00:00 Uhr 3 Minuten Lesezeit

„Wir tun sehr viel für die Integration der Flüchtlingskinder“, bilanziert Stadtoberinspektorin Stephanie Engelhardt. Im von Schuldezernent Rolf Steuwe geleiteten Ressort ist sie für die Beschulung der sogenannten Seiteneinsteiger zuständig.

Einschulungen erfolgen koordiniert, vorher wurde persönlicher Kontakt zu jeder Familie aufgenommen. Bei Hausbesuchen mit der Schulsozialpädagogin Hegic konnten Parameter wie Alter und Leistungsstand ermittelt werden. „So war es uns möglich relativ homogene Lerngruppen zu bilden.“

Info

Austausch im Fachforum über geflüchtete Kinder

Zahl Kreisweit besuchen derzeit etwa 2000 zugewanderte Schüler, sogenannte Seiteneinsteiger, eine der allgemeinbildenden Schulen.

Herkunft Die meisten von ihnen kommen aus Syrien, Afghanistan und dem Irak. Viele sind durch Krieg und Flucht traumatisiert.

Termin Mittwoch, 1. Februar, 14 bis 17 Uhr, referiert Kinder- und Jugendpsychotherapeutin im Fachforum DaZ des Kreisintegrationszentrums zu „Geflüchtete Kinder und Jugendliche mit traumatischen Erfahrungen“.

Anmeldung Die Teilnahme ist kostenlos. Um Anmeldung per Mail wird an anmeldung.ki@kreis-mettmann.de bis 25. Januar 2017 gebeten.

Am Innenstadtgymnasium wurde eine reine Jungengruppe installiert, die von 15-17-Jährigen, größtenteils unbegleiteten Flüchtlingen besucht wird. Am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium hingegen wurde eine Gruppe installiert, die ausschließlich von Analphabeten besucht wird, die aber allesamt aus dem arabischsprachigen Raum stammen. Das Alter variiert hier jedoch erheblich.

In Ratingen gibt es aktuell neun Seiteneinsteigergruppen an den weiterführenden Schulen (1 HS, 3 RS, 5 GYM) sowie zwei am Berufskolleg. Am Franz-Rath-Weiterbildungskolleg gibt es ebenfalls zwei Vorkurse, die speziell für Flüchtlinge ab 17 Jahren eingerichtet wurden. In den Grundschulen gibt es keine gesonderten Klassen. Hier erfolgt die Beschulung innerhalb der Regelklassen. Der Sprachunterricht erfolgt in äußerer Differenzierung. Das ist übrigens auch in drei Gruppen der weiterführenden Schulen an der Käthe-Kollwitz-Schule sowie in je einer Gruppe der Friedrich-Ebert-Schule und des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums so der Fall.

In Zusammenarbeit mit der NeanderDiakonie wurde ein Projekt initiiert, was sich inzwischen in der flächendeckenden Umsetzung befindet: An beiden Gymnasien wurden zum 1. März 2016 Assistenzlehrer eingestellt. Sie weisen selber einen Flüchtlingshintergrund vor und verfügen über einen akademischen Hintergrund. Stundenweise unterstützen sie die Klassenlehrer. Dabei übersetzen und erklären sie schwierige Unterrichtsinhalte in die Muttersprache, bereiten Aufgaben in Kleingruppen nach, führen Elterngespräche in Muttersprache und nehmen an Konferenzen teil.

Seit dem neuen Schuljahr verfügt auch die Käthe-Kollwitz-Schule über einen Assistenzlehrer. Die Gespräche mit entsprechenden Posten für die Friedrich-Ebert-Schule und das Kopernikus-Gymnasium laufen derzeit. „Der Einsatz soll spätestens zum neuen Halbjahr starten.“ 64.200 Euro beträgt der Gesamtaufwand der Maßnahme. Der Rat hat der entsprechenden Vorlage am 20. Dezember 2016 zugestimmt.

Wie viele neue Lehrer mit der Zusatzqualifikation im Bereich Deutsch als Zweitsprache (DaZ) oder Deutsch als Fremdsprache(DaF) eingestellt wurden, lässt sich nur schwer beantworten. Theoretisch, so führt Stephanie Engelhardt aus, müsste die Bezirksregierung für jede Gruppe à 18-20 Kinder eine halbe Lehrerstelle zur Verfügung stellen. Diese kann aber auch aus vorhandenen Stellenüberhängen bedient werden, so dass es nicht unbedingt zu Neueinstellungen kommen muss. Einige Schulen profitieren von einer alten Regelung und haben pro Gruppe eine volle Stelle erhalten. Andere Schulen haben keine zusätzlichen Stellenanteile erhalten, weil der Stellenplan der Bezirksregierung dies nicht hergab. In solchen Fällen müssen die Schulen den Unterricht durch interne Organisationsmaßnahmen sicherstellen.

Es gibt eine Vielzahl weiterer außerschulischer Angebote, wie die Samstags-Sonntagsschule der NeanderDiakonie, dem Lernpatenprogramm der Caritas, dem Lesetraining über den Mentoring e.V. sowie diverser ehrenamtlicher Angebote zur Hausaufgabenbetreuung, die innerhalb der einzelnen Unterkünfte oder über die Freiwilligenbörse (SkF) koordiniert werden.

Um Lehrkräfte für die neuen Aufgaben zu schulen, bietet das Kreisintegrationszentrum Mettmann (KI) Fortbildungen an, die stark nachgefragt sind. Auch andere Fortbildungsinhalte werden angeboten, zum Beispiel Umgang mit Traumata oder allgemeine Seminare zum Thema „interkulturelle Kompetenz“. Das KI steht den Schulen auch grundsätzlich zur Beratung zur Verfügung.

Gespannt auf die Zeit nach der Schule

Ratingen · Als Lehrer des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums hört Heiner van Schwamen auf, als Macher der Zelt Zeit macht er weiter. Ein Interview.

RP 02.01.2017, 00:00 Uhr 4 Minuten Lesezeit

Alles Gute für 2017, Herr van Schwamen – für Sie ist es ein ganz besonderes Jahr.

Heiner van Schwamen Das kann man wohl sagen. Im Sommer werde ich pensioniert, vorher feiern wir 20 Jahre Zelt Zeit am Grünen See. Da wird so einiges auf mich zukommen. Im Moment wird mir jeden Tag ein bisschen klarer, dass für mich ein großer Lebensabschnitt zu Ende geht, dass jedes Mal etwas zum letzten Mal passiert – wie zum Beispiel jetzt die Halbjahreszeugnisse oder die letzte Premiere meiner Kabarettgruppe Westhäkchen. Ich bin gespannt auf die Zeit nach der Schule, möchte aber eigentlich sehr gerne weiter mit Jugendlichen arbeiten. Das hält jung. Es würde mir sehr schwer fallen, von jetzt auf gleich da komplett raus zu sein.

Info

Großer Familientag der LEG bei der Zelt Zeit

Tickets Die Karten für die Zelt Zeit-Veranstaltungen sind bei den üblichen Verkaufsstellen (zum Beispiel Kulturamt, Minoritenstraße, Johann und Wittmer, Westtangente) erhältlich.

Start Die Zelt Zeit startet am Donnerstag, 1. Juni 2017, und endet mit dem traditionellen Feuerwerk am Sonntag, 4. Juni.

Familie An dem Sonntag wird wie immer wieder der große LEG-Familientag stattfinden mit einem bunten Programm für alle Generationen.

Anfänge Die erste Zelt Zeit fand übrigens Pfingsten 1996 statt.

Sie waren Ihr komplettes Leben am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium.

van Schwamen Zusammen mit einigen anderen Kollegen, die jetzt auch in Pension geben, haben wir die Schule mit aufgebaut, in Pavillons in Lintorf im ersten Jahr angefangen und dann immer weiter gemacht. Es war eine spannende Zeit, aktiv die Entwicklung einer Schule mitzugestalten. Heute gibt es das kaum noch, das Kollegen wirklich ihr ganzes Lehrerleben in einer Schule bleiben. Aber ich habe nie mit dem Gedanken gespielt, woanders hinzugehen. Ich bin immer genau da gewesen, wo ich sein wollte.

van Schwamen Ich bin damals sozusagen etwas in den Stadtteil hineingeworfen worden, da ich aus dem Idyll einer Kleinstadt komme. Inzwischen würde ich aber nicht mehr zurückwollen, da es dort vieles nicht gibt, was mir hier in West geboten wird. Der Stadtteil ist bunt mit Menschen aus allen Teilen Deutschlands, Europas und der Welt. Da kommt auf engem Raum sehr viel soziales, kulturelles und menschliches Know-How zusammen. Klar werden da Energien frei für Konflikte, aber in viel stärkerem Maße solche für Initiativen und Projekte. Leichter als anderswo bringt man hier Menschen für eine gemeinsame Idee zusammen. Da gewachsene Strukturen fehlten, konnten die Menschen hier an der Gestaltung von Traditionen unmittelbar mitwirken. So gibt es hier schon ein ganz eigenes Lebensgefühl und eine weniger formale Form des Zusammenwirkens von Bürgern, Vereinen und Institutionen.

Trotzdem ist der Stadtteil bei vielen Ratingern nach wie vor eher unbeliebt.

van Schwamen Das ist ein altes Spiel, wahrscheinlich kannte schon der Neandertaler Täler und Höhlen, von denen man sich besser fernhalten sollte. In meiner Heimatstadt Kleve gab es eine Ober- und eine Unterstadt, ich kam übrigens aus der Unterstadt, auf die manch einer von oben hochnäsig herabsah. Wer einen Spaziergang durch West macht, wird sehen, wie differenziert der Stadtteil im Übrigen ist.

Das Schulzentrum spielt eine große Rolle im Stadtteil, genau wie Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche. Wie ist West dort aufgestellt, was sehen Sie als besonders wichtig an?

van Schwamen Die Schulen sind neben den Vereinen und Kirchen die wichtigsten Orte, in denen ein Zugehörigkeitsgefühl und Heimatgefühl entwickelt wird. Die Schulen müssen gerade in diesem Stadtteil mehr sein als reine Stätten der Wissensvermittlung. Das tun sie auch, trotz wachsender administrativer Zwangsaufgaben. Schulen brauchen ein aktives Schulleben.

Schauen wir auf die Zelt Zeit 2017.

van Schwamen Da freue ich mich sehr drauf. Besonders gespannt bin ich auf den Ratinger Abend, den wir nun an den Schluss gelegt haben. Dass dieses Konzept gut ankommen würde, hatte ich mir gedacht, dass es aber so ein Knaller werden würde, das hat mich positiv überrascht. Das hat aber auch ganz viel mit Dirk Wittmer und Volkan Erik als Moderatoren zu tun, die beiden sind einfach perfekt für diesen Abend.

Gehen Sie auch als Zeit Zeit-Macher in Pension?

van Schwamen Die Zelt Zeit hängt zum einen ja nicht bloß an mir als Person. Wir sind ein tolles Team, das Hand in Hand dafür sorgt, dass Pfingsten am Grünen See ein Erlebnis für alle Altersgruppen und für Menschen aus der ganzen Region geworden ist. Im Klartext wird es die Zelt Zeit sicher auch ohne Heiner van Schwamen weiter geben, aber ich habe nicht vor, damit jetzt aufzuhören. Dafür fühle ich mich noch nicht alt genug und liebe diesen ganzen Trubel rund um die Tage viel zu sehr.

WOLFGANG SCHNEIDER FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

Schulalltag – ganztags gesund

Ratingen · Am 7. September veranstaltet die Schulgemeinde des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums den ersten „Health Care Day“.

RP 23.08.2016, 00:00 Uhr 3 Minuten Lesezeit

 Die Schüler des Bonhoeffer-Gymnasiums sorgen auf vielfältige Art dafür, dass lange Schultage nicht nur aus Unterricht bestehen.
Die Schüler des Bonhoeffer-Gymnasiums sorgen auf vielfältige Art dafür, dass lange Schultage nicht nur aus Unterricht bestehen. Foto: mvk

Monika von Kürten

Schon seit zehn Jahren ist das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium auf unterschiedlichen Ebenen tätig, um Gesundheit, Konzentration und Bewegung im Schulalltag zu fördern. „Wir haben verstärkt mit der Gesundheitsförderung begonnen, als seinerzeit unsere Schule den offenen Ganztagsbetrieb aufgenommen hatte. Wir wollten die Schüler aktivieren und motivieren, den Gesundheitsgedanken als selbstverständlich in den Alltag einziehen zu lassen. Zunächst liefen alle Aktivitäten von Lehrerseite aus, doch seit etwa fünf Jahren sind auch die Eltern mit von der Partie,“ sagte Reinhilt Frese-Radeck, Lehrerin am DBG.

Im Schuljahr 2009/10 wurde erstmals eine Steuerungsgruppe aus Schülern, Eltern und Lehrern gegründet, die sich von da an in regelmäßigen Abständen trifft, um gemeinsam Aktionen und Veranstaltungen zu planen. So gibt es beispielsweise am Tag der offenen Türe einen Stand mit frischem Obst, das Angebot in der Cafeteria wurde angepasst, es wurden Spiel- und Sportgeräte für die Pause und Wasserspender angeschafft. Vor rund 18 Monaten kam dann die Idee auf, einmal einen ganzen Tag ins Leben zu rufen, an dem besonders die Bewegung und Gesundheit im Fokus stehen. Und so sammelten die Mitglieder der Steuerungsgruppe in der Schulwelt des Gymnasiums Anregungen und Ideen, was an einem solchen Tag gemacht werden und wer dies durchführen könnte. Im Laufe der Zeit nahm der Plan für den Gesundheitstag immer mehr Form an, bis hin zu der Entscheidung, dass am 7. September dieses Jahres der „Health Care Day“ stattfinden wird. Schüler, Eltern und Lehrer sowie außerschulische Partner werden diesen Tag gleichermaßen gestalten, um den Schülern eine gesunde Lebenseinstellung auf verschiedenen Wegen näher zu bringen. „Geplant sind unter anderem Entspannungsangebote wie ein Yoga-Schnupperkurs oder Bewegungsangebote wie das Kennenlernen der Trendsportart „Parcours“ oder ein vierseitiger Kletterturm auf dem Schulhof. Aber auch Aktionen, die sich mit Ernährung und Esskultur beschäftigen, wie beispielsweise das Verkosten kulinarischer Highlights aus dem neuen, DBG-eigenen Kochbuch, eine Ernährungsberatung, Suchtprävention und vieles mehr. Am Gesundheitstag selber sollen die Schüler aktiv werden. Aus einem Angebot von rund 40 Projekten sucht sich im Vorfeld jeder Schüler drei Aktionen aus, die er oder sie an diesem Tag durchführen möchte.

Info

Landesprogramm Bildung und Gesundheit

Das Landesprogramm unterstützt Schulen bei ihrem Vorhaben, sich zu einer guten gesunden Schule zu entwickeln.

Kooperation Es handelt sich um eine gemeinsame Maßnahme der Landesregierung NRW, der AOK, der Barmer GEK und der Unfallkasse NRW zur Förderung der integrierten Gesundheits- und Qualitätsentwicklung in Schulen.

„Sieben Projekte werden sogar von den Schülern selbst angeboten. Wir haben dadurch die Chance bekommen, auch einmal etwas völlig anderes zu bieten, und zwar direkt von Schülern für Schüler. Dafür haben wir vorher unsere Schulkameraden genau gefragt, für was sie sich interessieren und was sie erwarten“, berichtete Linus, der als Schülervertreter der Steuerungsgruppe angehört.

Lehrerin Ellen Wolter erklärt, wie der Health Care Day finanziert wird: „Wir erhalten Fördergelder vom Landesprogramm Bildung und Gesundheit und auch der Förderverein der Schule beteiligt sich. Außerdem haben wir viele ehrenamtliche Helfer.

Des Weiteren haben wir Spenden bekommen. Den Kletterturm zum Beispiel konnten wir im Mai durch eine erfolgreiche Teilnahme bei einem Förderwettbewerb der Spardabank finanzieren.“

Foto: Die Schüler des Bonhoeffer-Gymnasiums sorgen auf vielfältige Art dafür, dass lange Schultage nicht nur aus Unterricht bestehen. Foto: mvk

Hilfe für „Seiteneinsteiger“-Kinder

Der irakische Assistenzlehrer Adnan Osman (an der Tafel) kann durch die Spende des Lions Clubs Ratingen noch mindestens bis Ende des Jahres als Unterrichtsbegleiter in einer Vorbereitungsklasse arbeiten. Darüber freuen sich (v.l.): Lions-Vize Michael Langenbach, Vorsitzender André Tünkers, Bürgermeister Klaus Pesch, Schulleiter Uwe Florin, Karen Holle (NeanderDiakonie), die Integrationsbeauftragte Zeliha Yetik und Stephanie Engelhardt (Schulverwaltungsamt). FOTO: Stadt RatingenRatingen. Durch eine Spende des Lions Clubs Ratingen ist nun vorerst bis zum Jahresende der Einsatz eines muttersprachlichen Unterrichtsbegleiters in einer Vorbereitungsklasse am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium gesichert. Von der Redaktion

In der Vorbereitungsklasse werden aktuell 18 syrische und irakische Kinder mit dem Schwerpunkt „Alphabetisierung“ unterrichtet. Seit dem 1. März profitieren sie von der Unterstützung des irakischen Assistenzlehrers Adnan Osman. Das Projekt, das durch die Lions-Spende am Bonhoeffer-Gymnasium fortgesetzt werden kann, ließen sich jetzt der Vorsitzende André Tünkers und Vize Michael Langenbach im persönlichen Gespräch mit allen Beteiligten vor Ort erläutern. Aktuell gibt es in Ratingen 329 so genannte „Seiteneinsteiger“-Kinder mit keinen oder geringen Deutschkenntnissen, davon 214 Asylbewerber, die vor allem aus Syrien (77) und aus dem Irak (52) stammen. Von den 329 Kindern besuchen 178 Jungen und Mädchen im Alter zwischen zehn und 15 Jahren eine der insgesamt neun Vorbereitungsklassen in weiterführenden Schulen. Um die Schulen bei der Unterrichtung der vielen neu zugewanderten Flüchtlinge zu unterstützen, hat die Stadtverwaltung in Kooperation mit der NeanderDiakonie ein besonderes Projekt ins Leben gerufen: Seit dem 1. März sind zwei Flüchtlinge mit pädagogischer Vorerfahrung in zwei Gymnasien als muttersprachliche Unterrichtsbegleiter eingesetzt. Den Projektstart ermöglicht hatte der Ratinger Prof. Dr. Jürgen Ringbeck, der mit einer großzügigen Erstspende zu Beginn des Jahres die Finanzierung beider Kräfte bis zum 30. Juni sichergestellt hat. Ein weiterer, dritter Assistenzlehrer beginnt seine Arbeit in diesen Tagen. Die nun erfolgte Zuwendung des Lions Clubs kommt schwerpunktmäßig dem Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium zu Gute. „Das Projekt hat uns sofort überzeugt, schließlich legen wir unser besonderes Augenmerk auf die Förderung der Jugend in Ratingen“, betonte Vorsitzender André Tünkers. Dass die Spende gut angelegt ist, konnte Schulleiter Uwe Florin versichern: „Wir haben mit dem Assistenzlehrer sehr gute Erfahrungen gemacht und sehen bei den Schülern große Fortschritte.“(City Anzeigenblatt Duesseldorf 29.06.2016)

Wenn aus Gästen echte Freunde werden

Am Bonhoeffer-Gymnasium tauschen sich deutsche Schüler mit ihren Gästen aus Vermillion aus, wie hier Noah (l.) und Clemens. FOTO: Janicki DietrichRatingen. Seit gut einer Woche ist eine Gruppe amerikanischer Schüler am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium in West zu Gast. Von Monika von Kürten

Vor drei Jahren ist das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium (DBG) eine Partnerschaft mit der Vermillion High School eingegangen. Seitdem gibt es einen jährlichen Schüleraustausch zwischen den beiden Schulen.

„So ein Schüleraustausch ist eine tolle Sache. Ich kann eine Teilnahme nur weiterempfehlen“, erzählte Simon. Bei ihm ist derzeit Alex zu Gast. Für die junge Amerikanerin ist es der erste Besuch in Deutschland, aber sie kennt ihren „house-brother“, wie sie ihren Gastgeber nennt, schon. Denn ihr Bruder war bereits 2014 bei Simon zu Gast, und im Jahr darauf beherbergte ihre Familie den Ratinger Schüler. „Dieser Aufbau von persönlichen Freundschaften ist einer der größten Vorteile, den die Teilnehmer aus diesem Austausch ziehen können“, sagte Kamden Dibley, die die jungen Amerikaner begleitete. Sie unterrichtet Deutsch in Vermillion. Die jungen Gäste scheuten sich allerdings noch ein wenig, Deutsch zu reden, denn an ihrer Schule lernen sie die Sprache insgesamt nur zwei bis drei Jahre. Aber in den jeweiligen Familien oder wenn sie mit ihren „housebrothers and -sisters“ und deren Freunden unterwegs sind, bekommen sie ausreichend Möglichkeiten, in privatem Rahmen ihre Sprachkenntnisse auszuweiten.

Für die Gäste hat das DBG ein umfangreiches Programm ausgearbeitet, denn ihnen soll schließlich etwas von Deutschland gezeigt werden. Düsseldorf, Köln und Koblenz haben sie bereits besichtigt, ein Empfang bei Bürgermeister Klaus Pesch und eine Stadtführung durch Ratingen stehen noch auf dem Programm.

„Der Schüleraustausch ist ein Projekt der gesamten Schule, an dem sehr viele beteiligt sind. Darum haben die Gäste verschiedene Vorträge über das Leben in den Vereinigten Staaten vorbereitet, die sie in den einzelnen Klassen vortragen. Auf Englisch natürlich, damit auch die Schüler, die keinen Gast beherbergen, in den Genuss kommen, von Muttersprachlern etwas zu lernen, „, sagte Tanja Blum-Campa, Englischlehrerin am DBG. So wie die Ratinger Gymnasiasten im vergangenen Jahr in Vermillion, lernten die Besucher einiges über den Alltag in ihrem Gastgeberland kennen und dass nicht alle Deutschen jodeln, Lederhosen tragen und Sauerkraut essen.

„Hier ist alles viel kompakter und näher beisammen. Ich finde es toll, dass alle zu Fuß gehen und mit dem Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln zur Schule fahren. Bei uns machen wir das alles mit dem Auto. Straßenbahnen und öffentliche Busse gibt es bei uns nicht“, sagte Dawson. „Mir ist aufgefallen, dass hier alles viel gesünder und sauberer ist und dass es an den Straßenrändern viel mehr Bäume und Blumen gibt. Außerdem gefällt es mir, dass die Schüler hier unabhängiger sind und wegen des kürzeren Schultages wesentlich mehr unternehmen können“, sagte Alex.

Ein Schüleraustausch bedeutet neben dem Erlernen der Sprache das Kennenlernen von Kultur, Land und Leuten einer anderen Nation sowie das Gewinnen und Erhalten neuer Freundschaften. Und so freuen sich sowohl amerikanische als auch deutsche Schüler schon jetzt auf ein Wiedersehen in 2017, wenn die Ratinger wieder zu Gast in Vermillion sind.RP 31.05.2016

Streit um neue Flüchtlingsklasse in West

Am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium in Ratingen West gibt es bereits eine Seiteneinsteigerklasse mit 26 Schülern. FOTO: achim blazyRatingen. Der Leiter des Bonhoeffer-Gymnasiums betont: Eine zweite Gruppe mit Seiteneinsteigern ist kurzfristig kaum machbar. Von Norbert Kleeberg

Die einzeilige Bitte kam Anfang Februar wohl aus heiterem Himmel, auf jeden Fall per E-Mail, formuliert von Kreisschulrätin Susanne Cortinovis-Piel. Adressat: Uwe Florin, Leiter des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums in Ratingen West. Man möge doch eine zweite Seiteneinsteigerklasse an der Schule einrichten, so der verbindlich klingende Wunsch.

Florin antwortete prompt und verwies auf bereits 26 beschulte Kinder seit November 2015, auf begrenzte räumliche Kapazitäten und die Zuständigkeit der Bezirksregierung Düsseldorf. Wenige Tage später kam die zweite E-Mail. Vorschlag: Man könne zwecks Einrichtung dieser Gruppe im Schichtbetrieb unterrichten lassen. Das brachte Florin vollends in Rage: In einer E-Mail an die Fraktionen und Mitglieder des Schulausschusses machte er seinem Ärger Luft.

Wörtlich schreibt er: „Die Art und Weise, wie zynisch hier von offizieller Seite im Kontext dieses hochprekären Themas ,Unterrichtsversorgung von Flüchtlingskindern‘ kommuniziert wird, offenbart pädagogische Verantwortungslosigkeit und unterrichtsorganisatorische Ignoranz (zumindest in Bezug auf die Schulform Gymnasium).“ Auf RP-Nachfrage betont Florin, dass es sich hier um eine „Ohrfeige für alle Schulleiter“ handele, die kurzfristig und ohne Vorgespräch aufgefordert werden, eine neue Seiteneinsteigerklasse einzurichten.

Florin unterstreicht: „Das geht ja nicht von jetzt auf gleich, wir brauchen weitere, speziell für diese Aufgabe ausgebildete Fachkräfte. Und das dauert seine Zeit.“ Neben der intensiven Betreuung der Seiteneinsteiger muss sich der Schulleiter um viele andere Dinge kümmern – auch um die nahe Zukunft: Fürs Schuljahr 2016/2017 liegen aktuell 75 Anmeldungen vor, dies würde für drei fünfte Klassen reichen.

Doch zurück zur Aktualität: Am kommenden Mittwoch wird sich der Schulausschuss ab 16 Uhr in der Cafeteria des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums mit neuen Seiteneinsteigerklassen beschäftigen. Florin will auf dieser Sitzung einige Fragen stellen, unter anderem diese Punkte herausgreifen: Wer trifft de facto die Entscheidung zur Zuweisung von Flüchtlingskindern auf die weiterführenden Schulen der Stadt Ratingen? Inwieweit ist das Schulverwaltungsamt überhaupt beteiligt?

Florin regt an, dass das Kreisschulamt über seine Direktorin Jeanette Völker aufgefordert wird, „seine subtilen Vorstellungen von schulischem ,Schichtbetrieb‘ vor ausgesuchten Gremienvertretern und Leitungsmitgliedern der weiterführenden Schulen Ratingens zu erläutern“.

Rückendeckung bekommt der Leiter des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums von der SPD-Fraktion, die von der Verwaltung einen Sachstandsbericht fordert. Christian Wiglow und Joachim Galinke, die beiden Fraktionsspitzen, stellen fest: „Aus Sicht der SPD-Fraktion ist die Einschätzung des Schulleiters voll umfänglich zutreffend.“

Die Fraktion will wissen, wie hoch die Zahl der zu erwartenden Schüler ohne Deutschkenntnisse ist und wie diese Jugendliche auf die Schulen verteilt werden sollen. Es gibt also jede Menge Klärungsbedarf.RP 23.02.2016

Westhäkchen proben den Aufstand

Ratingen. Mit „Programm X“ wollen die Westhäkchen, die Kabarettgruppe des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums, an den großen Erfolg des vergangenen Jahres anknüpfen. Ein Probenbesuch. Von Wolfgang Schneider

West Heiner van Schwaben legt den Kopf ein bisschen schief. Das tut der Erdkundelehrer immer, wenn er nachdenkt, wie er leichte Kritik in Worte fassen soll: „Du musst die Stimmung der Nummer noch mehr zum Ausdruck bringen, Du musst die Nummer leben“, sagt er in den Raum, wirft noch einmal einen intensiven Blick in den Text und gibt das Handzeichen zum Wiederholen. Und dann geht die Nummer von vorne los.

„Ja, so ist es besser“, lobt van Schwamen noch während die Szene läuft. Als Regisseur der Westhäkchen, der Kabarettgruppe des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums (DBG) in West, lässt er den Schülern großen Spielraum, aber manchmal muss er eben doch eingreifen. Und die Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren wissen genau: Der Mann weiß, wovon er spricht.

Schließlich betreut er die Gruppe seit weit über 20 Jahren. Entspannter ist er dabei dennoch nicht geworden – erst recht nicht, wenn es so kurz vor der Premiere ist wie jetzt. Nur noch wenige Tage, und dann stehen die Westhäkchen mit ihrem neuen Programm auf der Bühne des Freizeithauses. „Bis dahin ist noch viel zu tun“, weiß der Chef aus Erfahrung. „Es ist schwer, Termine zu finden, an denen wirklich alle können, denn die Schüler sind heutzutage zeitlich sehr beansprucht.“ An diesem Vormittag, an sich ist schulfrei, sind aber alle da und proben fleißig im Pädagogischen Zentrum des DBG. Bewegung ist jetzt angesagt, die Gruppe läuft über die Bühne. Das gehört zwar bisweilen auch schon einmal zu van Schwamens Entspannungsübungen, diesmal ist es jedoch Teil des Programms. Das trägt in diesem Jahr den Titel „Programm X“.

Viel verraten wird über die Nummern des wie üblich mehr als zweistündigen Programms vorab natürlich nicht, aber es soll, so viel ist schon mal klar, ähnlich anspruchsvoll werden wie im vergangenen Jahr, als die Westhäkchen wohl das beste Programm ihrer Geschichte auf die Bühne brachten. Ob sie das Niveau halten können?

Der Regisseur ist optimistisch: „Es ist nicht so einfach diesmal, denn wir werden ständig von den aktuellen Entwicklungen überholt. Aber ich denke, dass wir auch diesmal wieder auf einem guten Weg sind.“ Dabei wird der Zuschauer auf den einen oder anderen bekannten Charakter treffen, aber auch Neues kennenlernen. Nicht nur das gesprochene Wort wird traditionell von Bedeutung sein bei den Häkchen. Mit solch talentierten Musikern wie Svenja Kupschus, Alexander Seidl oder Anton Lenger in der Gruppe ist es wohl selbstverständlich, dass es einiges zu hören geben dürfte. Damit alles sitzt, wird bis zur Premiere noch fleißig weiter geprobt.

Stellt sich nur die Frage, wo läuft der Mensch eigentlich hin? Vor sich selbst weg oder doch zu seinem Glück? Und wie ist das eigentlich in diesen unruhigen Zeiten? Sind wir nicht vielleicht alle ein bisschen überfordert mit den vielen Freiheiten, die in der Aufklärung ersonnen und in den Revolutionen erkämpft wurden? Vielleicht gibt es ja in der kommenden Woche Antworten.RP 19.02.2016

Mit Labortestat durchs Gymnasium

Ratingen · An den Methodentagen lernen Gymnasiasten Außerschulisches für die Schule.

RP 04.11.2015, 00:00 Uhr2 Minuten Lesezeit

Valeska von Dolega

Ob Sonntag- oder Mittwochmorgen, Irenes (12) Wecker klingelt immer zur gleichen Zeit. „Denn wenn ich lernen muss, mache ich das am besten morgens.“ Damit ihre innere Uhr nicht durcheinander kommt, behält sie diesen Rhythmus am Wochenende bei. Methoden, das erforderte Pensum zu verinnerlichen, gibt es viele. „Da muss jeder seinen eigenen Weg finden“, kennt Marius (15) keine Faustregel. Sein Tipp ist, beim Lernen „mit System“ vorzugehen. Und wie das ausschauen kann, hat er sich ursprünglich beim Methodentag abgeguckt.

Den veranstaltet das Organisationsteam um Lehrerin Nelie Pannen am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium jetzt zum zehnten Mal. Drei Tage erlernen alle Kinder von Klasse 5 bis zur Q2, und das sind derzeit 647 Schüler, wie sich mit kleinen Tricks die großen Dinge im Schulalltag noch besser bewerkstelligen lassen.

„Die einzelnen Module bauen aufeinander auf“, erklärt Uwe Florin, der seit 15 Jahren das Gymnasium in West leitet. Dem Alter entsprechend sind die einzelnen Bausteine konzipiert, so setzen sich die Fünftklässler zum Beispiel mit „Lesemethoden“ auseinander. „Dabei lernen sie nicht bloß, verständlich vorzutragen“, sagt der Rektor. „Sie lernen beim Lesen, Wichtiges von Irrelevantem zu unterscheiden und Inhalte korrekt wiederzugeben.“ In Klasse 6 wird das Grundprinzip dann als „Leseführerschein“ ausgebaut und findet in Klasse 8 beim Thema „Referate“ seine Fortsetzung und Ausführung.

Neben Trainings zu kognitiven Fähigkeiten und berufsorientierten Vorbereitungen, die unter anderem von Kooperationspartnern verschiedener Universitäten und Fachhochschulen referiert werden, gibt es auch spezielle Einheiten, die überhaupt den regulären Unterricht vorbereiten. Der Laborführerschein ist dafür ein Beispiel. Dafür sitzen die Siebtklässler bei Meike Drews und lernen an verschiedenen Stationen „grundlegende Techniken“, wie die Chemielehrerin sagt. Damit die Lehrerin nämlich später Experimente durchführen lassen kann, „ohne dass der Raum abgefackelt wird“, müssen die Kinder den fehlerfreien Umgang mit Bunsenbrenner, Pipette und Co. „zuverlässig lernen“. Weil dafür im Unterricht nicht ausreichend Muße ist, kommen die Methodentage gerade recht. „Hier haben wir auch Zeit, das Erlernte abzufragen und im Bedarfsfall direkt nachzuhaken“, verweist sie auf die Zusammenarbeit mit den Kollegen. Grundsätzlich gestaltet Meike Drews ihren Unterricht „so praxisnah wie möglich“. Um Schüler aktiv einzubinden, ist der Laborführerschein vom Methodentag ein wichtiges Hilfsmittel.

Ratinger Superstar mit ganz viel Herz

Ratingen · Svenja Kupschus (16) textet, singt, spielt Klavier, Saxophon und Gitarre – demnächst auch auf der „Zelt Zeit“-Bühne.

RP 02.05.2015, 00:00 Uhr 3 Minuten Lesezeit

Von Gabriele Hannen

Damals, als offenes Licht Bühnenkünstler illuminierte, hieß das schon „Rampenlicht“. Wer sich dem aussetzte, musste oft eine ungeschickte Beleuchtung in Kauf nehmen, weil sie eben vom Boden her kam. Heute steht manch einer im Rampenlicht – besser beleuchtet, meist gern, oft leidenschaftlich, gelegentlich angelernt. Bei der „Zelt Zeit“ zum Beispiel, wenn die Ratinger Superstars auf die Bühne kommen (Donnerstag, 21. Mai, ab 19.30 Uhr) gibt es dort eine 16-Jährige, die ohne Probleme im Rampenlicht steht: Svenja Kupschus.

Tragödchen-Chef Bernhard Schultz zum Beispiel ist verblüfft und begeistert, wie sie – die sich ansonsten eher zurückhaltend durch die Gegenwart bewegt – das Mikro nimmt und loslegt. „Das sieht man nur selten“ staunt er. Deshalb segeln die junge Ratingerin, ihr 19 Jahre alter Bruder Jonas (Bass), Jonathan Dangelmeyer (Gitarre, Geige) und Felix Große (Drums) als „Friday And The Fool“ unter dem großen Anspruch, dass Ratingen keinesfalls die Superstars suchen muss, sondern sie bereits hat und deshalb am Grünen See präsentieren kann.

Info termin

Am 13. Mai ab 19 Uhr im Stadttheater

Svenja Kupschus und „Friday And The Fool“ unterstützen am Mittwoch, 13. Mai, die „Westhäkchen“. Die treten nämlich ab 19 Uhr im Stadttheater mit ihrem aktuellen Programm auf. Die Band spielt schon vorher im Foyer und bietet dort auch in der Pause eine musikalische Unterstützung. Karten gibt es im Vorverkauf im Reisebüro Tonnaer und im Sekretariat des Bonhoeffer-Gymnasiums.

Sie textet, singt und spielt Klavier, sie beherrscht Saxophon und Gitarre. Und sie hat auch ein Jahrzehnt lang – also mehr als die Hälfte ihres Lebens – Geigenunterricht genommen. Bis auf eine ganz kurze Zeit lebt Svenja Kupschus mit ihrer Familie in Homberg, perfekt unterstützt bei all ihren Aktivitäten, die immer wieder mütterliche oder väterliche Shuttle-Einsätze erfordern. Die Grundschule absolvierte sie in Homberg, dann ging es zum Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium, wo sie aktuell die elfte Klasse besucht. Ja, sie sei eine gute Schülerin – was sie bescheiden und leise sagt – nun ja, oft habe sie nachmittags Unterricht, nein, ein Auslandsjahr sei erst mal nicht geplant. Aber vielleicht nach dem Abi. Und eher drei Monate sehr weit weg als in der internationalen Nachbarschaft. Immerhin hat sie in ihrem Alter und im Vergleich zu manch anderer Frau schon eine Menge geschafft: Schule, die Beherrschung einer Vielfalt von Instrumenten, Mittäterschaft bei den Westhäkchen. Sie hat, zumindest von außen betrachtet, keinerlei Probleme, sich vor Publikum zu präsentieren. Und sie ist eine herzliche junge Person. Für die erste CD ihrer Band hat sie das Cover entworfen und gezeichnet. Es zeigt einen Wal mit einer ganzen Landschaft, die auf seinem Rücken wächst. Er steckt eigentlich in einer Tabatière, einem Behältnis, dessen Namen wahrscheinlich viele Altersgenossen nicht einmal kennen. So jedenfalls heißt der fünfte Titel.

Seit Ende 2013 gibt es die Band „Friday And The Fool“ in ihrer vierköpfigen Konstellation. Die besonderen Stärken der Band liegen in ihrer musikalischen Bandbreite und dem unverkrampften Umgang mit der Musik. Die Geschwister Kupschus schreiben die Texte, die Musik erarbeitet die gesamte Band, geprobt wird zweimal in der Woche.

Wenn Svenja mal losträumen darf, fällt ihr nichts für das stille Glück im Winkel ein, sondern eher Schauspiel, Regie, „Darstellen oder irgendwie sowas“. Und dennoch: Sie tingelt nicht unablässig quirlig durchs Ratinger Showgeschäft, sondern hat auch eine ganz liebevoll-beschauliche Seite. Oder wie sollte man es nennen, wenn man eine Maus, von der Katze halb tot gespielt, mit Geduld aufpäppelt und am Leben erhält? Wenn es dann auch ein Leben im Käfig wird.

Foto: Die Grundschule absolvierte Svenja Kupschus in Homberg, dann ging es zum Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium, wo sie aktuell die elfte Klasse besucht. Foto: achim blazy