Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium will Fairtrade-School werden

Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium will Fairtrade-School werden
Stadt Ratingen Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium will Fairtrade-School werden

WĂ€hrend der bundesweiten Kampagne „Faire Woche“ fand auch in Ratingen ein Highlight statt, das den fairen Handel in die Öffentlichkeit rĂŒckt: Das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium startete mit einer großen Auftaktveranstaltung ihre Bewerbung als Fairtrade-School.
Nachhaltigkeit und fairer Handel waren die zentralen Themen des pĂ€dagogischen Tages, an dem der Schulleiter Uwe Florin der gesamten SchĂŒlerschaft ermöglichte, Fairtrade-Produkte zu testen und zu lernen, was hinter der Idee des fairen Handels steckt.

Lena SteinhĂ€user, Projektkoordinatorin fĂŒr Kommunale Entwicklungspolitik der Stadt Ratingen, freut sich ĂŒber das Engagement der Schule. „Es ist toll zu erleben, mit welchem Elan und Interesse das Projekt am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium gemeinsam von SchĂŒlerschaft und Lehrerkollegium angegangen wird.“ Ebenso wie bei der Bewerbung der Stadt Ratingen als Fairtrade-Town mĂŒssen auch Schulen vielfĂ€ltige Kriterien erfĂŒllen, wenn sie sich Fairtrade-School nennen möchten. Unter anderem werden Fairtrade-Produkte in der SchulcafĂ©teria angeboten und das Thema fairer Handel in den Unterricht integriert. „Ich habe mich gefreut zu sehen, dass das DBG auf einem richtig guten Weg in Richtung Fairtrade-School ist“, sagt Lucia Reinartz, die sich seit Jahren beim Eine Welt Ausschuss der Heilig Geist Gemeinde fĂŒr den Fairen Handel in Ratingen stark macht.

Seitdem sich die SchĂŒlerschaft im vergangenen Schuljahr zum Ziel gesetzt hat, das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium zur Fairtrade-School zu machen, ist bereits einiges passiert. Martin Leidinger koordiniert das Projekt an der Ratinger Schule: „Wir arbeiten gemeinsam daran, alle Kriterien zu erfĂŒllen, um das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium zur Fairtrade-School zu machen.“ Seit einem halben Jahr trifft sich die Fairtrade-Schulgruppe, bestehend aus mehreren SchĂŒlern, zwei Eltern und zwei Lehrern regelmĂ€ĂŸig.

BĂŒro des BĂŒrgermeisters

Stadt Ratingen

Bildzeile: Das Fairtrade-SchĂŒlerteam des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums freut sich mit Schulleiter Uwe Florin (3. von links), Lucia Reinartz, Lena SteinhĂ€user und Martin Leidinger (hintere Reihe von rechts) ĂŒber einen gelungenen Fairtrade-Tag. (Foto: DBG / Abdruck honorarfrei)

FOCUS NWMI-OFF/Stadt Ratingen

Big Band des DBG

Am vergangenen Freitag, 15.09.2017, eröffnete die Big-Band des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums die Party des Ratinger Weltkindertages. Um kurz nach drei gab es herrlichen Sonnenschein und einen gut besuchten Marktplatz in Ratingen Mitte. Auf der großen BĂŒhne mit professioneller Tonanlage zeigten sich die Musikerinnen und Musiker von ihrer besten Seite und machten ordentlich Sound! UnglĂŒcklicherweise waren alle angestammten SĂ€ngerinnen und SĂ€nger recht kurzfristig ausgefallen, sodass Julian (EF) spontan „Bad Leroy Brown“ sang. Lob und Anerkennung gab es auch von den Vertretern der anderen Jugendeinrichtungen und von den Mitarbeitern des Jugendamtes.

Der nÀchste Auftritt findet am Samstag, 30. September um 17 Uhr im Jugendclub West am Berliner Platz statt. Dann aber bestimmt mit allen SÀngern!

Foto von Achim Blazy von der RP

Artikel der RP: http://www.rp-online.de/nrw/staedte/ratingen/viel-musik-zum-weltkindertag-aid-1.7084820

Bonhoeffer-Gymnasium freut sich ĂŒber Preisgelder

Ratingen · West (jĂŒn) Die meisten SchĂŒler des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums konnten sich am Ende des Schuljahres ĂŒber ihr Zeugnis und ihre erfolgreiche Versetzung freuen und die gesamte Schule ĂŒber Preisgelder in Höhe von 1500 Euro, die vom DĂŒsseldorfer Flughafen und der AOK fĂŒr besondere Leistungen ausgezahlt wurden.

RP 25.07.2017, 00:00 Uhr Eine Minute Lesezeit

Ein Preisgeld von 500 Euro erhĂ€lt das DBG vom DĂŒsseldorfer Flughafen: AnlĂ€sslich des JubilĂ€ums des DĂŒsseldorfer Flughafens schrieb dieser den Wettbewerb „Nachbar seit 90 Jahren“ aus. Vereine rund um den Flughafen waren zur Teilnahme aufgerufen. SchĂŒler der EinfĂŒhrungsphase beteiligten sich in Kooperation mit dem Förderverein daran und filmten ihre GeburtstagswĂŒnsche und Danksagungen an den Flughafen. Auch wenn nicht der Hauptpreis gewonnen wurde, war der Flughafen so begeistert von diesem Projekt, dass der Förderverein und die SchĂŒler mit 500 honoriert wurden. Die Jahrgangsstufe erhĂ€lt die HĂ€lfte der Summe fĂŒr eine teambildende Veranstaltung und unterstĂŒtzt mit der anderen HĂ€lfte Projekte des Fördervereins.

Sogar mit 1000 Euro belohnt die Allgemeine Ortskrankenkasse (AOK) das DBG fĂŒr vorbildliche Gesundheits-AufklĂ€rung: Die AOK fördert jedes Jahr gelungene Projekte zum Thema Gesundheit. Denn unter falscher ErnĂ€hrung, Stress und Bewegungsmangel leiden bereits Kinder. Mit der Aktion „Starke Kids“ versucht die AOK gegenzusteuern. Im Neanderthal-Museum wurden jetzt die Gewinner ausgezeichnet und nahmen neben Ruhm und Ehre auch insgesamt 6000 Euro an Preisgeldern mit. Die drei zweiten PlĂ€tze bekamen jeweils 1000 Euro fĂŒr ihre Projekte. Das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium galt der Jury dabei als kreisweites Vorbild in der Gesundheits-AufklĂ€rung. Dazu haben SchĂŒler, Lehrer und Eltern zusammengearbeitet. Sie schufen sie den „Health-Care-Day“, einen Tag mit 45 Gesundheitsprojekten. Sieben davon wurden allein durch SchĂŒler gestaltet.Mit dem Preisgeld werden die Ratinger ihren schuleigenen Entspannungsraum „aufmöbeln“.

SchĂŒler wollen sich Faust nĂ€hern

Ratingen · Am 29. Juni gibt es eine besondere AuffĂŒhrung im Bonhoeffer-Gymnasium.

RP 27.06.2017, 00:00 Uhr Eine Minute Lesezeit

West (RP) Als Abschluss von zwei Jahren theoretischer und praktischer Theaterarbeit prĂ€sentiert der Kurs Darstellendes Spiel 9 am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium unter der Regie von Heiner van Schwamen eine jugendliche AnnĂ€herung an Goethes Faust, welche versucht, die eigene Erfahrungswelt der SchĂŒler einzubeziehen. Und so entstand in langen Diskussionen die Idee, das StĂŒck aus der Sicht der SchĂŒlerin Maggie zu spielen, die hochintelligent und wegen ihres Wissens anerkannt ist, beliebt wegen ihrer sozialen und bescheidenen Art. Aber wie Faust hat sie trotz aller Erfolge keine Freude mehr am Leben. Wie Faust leidet sie an einer Art Borderline, will ĂŒber ihre Grenzen gehen. Ritzen und Magersucht sind fĂŒr sie Wege, sich anderen Welten hinzugeben. Da begegnet sie Mephisto. Der verspricht ihr zweierlei. Sie soll Freude und Lust am Leben wieder erlangen, ohne stĂ€ndig gegen Gewichtszunahme ankĂ€mpfen zu mĂŒssen. Zweitens will er ihr Äußeres so verĂ€ndern, dass sie zu einer jungen Frau wird, die auch Ă€ltere MĂ€nner attraktiv finden, denn die Jungs ihres Alters sind alle unter ihrem intellektuellen Niveau. Durch allerlei von Mephisto eingefĂ€delte Verstrickungen verliebt sich der ehrenvolle Dr. Faust, beliebter Vertrauenslehrer an ihrer Schule, in Maggie.

Dazu gibt es noch ein StĂŒck im StĂŒck: fast alle Akteure sind SchĂŒler derselben Schule, lernen den Fausttext fĂŒr eine AuffĂŒhrung in der Schule mit ihrem Deutschlehrer. Wer wissen will , wie die Geschichte zu Ende geht, sollte die AuffĂŒhrung am 29. Juni, 18 Uhr, im PĂ€dagogischen Zentrum der Schule an der Erfurter Straße nicht verpassen.

Übrigens: Es wird auch live musiziert, und Filme werden eingespielt. Alle SchĂŒler des Kurses spielen mit.

Karten gibt es fĂŒr zwei Euro an der Abendkasse.

Foto: Heiner van Schwamen, Lehrer am „Bonhoeffer“. Foto: RP-AF

Im Klub der starken Kinder

WĂŒlfrath. Die AOK zeichnete vier vorbildliche Projekte aus. Von Dirk Neubauer
Falsche ErnĂ€hrung, Stress und Bewegungsmangel – darunter leiden bereits Kinder. Mit der Aktion „Starke Kids“ versucht die Allgemeine Ortskrankenkasse, AOK, seit sieben Jahren, dagegen zu kĂ€mpfen. Gesundheit? Ja bitte: Im Neanderthal Museum wurden jetzt die diesjĂ€hrigen Gewinner ausgezeichnet und nahmen neben Ruhm und Ehre auch 6000 Euro an Preisgeldern mit. Die Jury hatte salomonisch entschieden: Es gab einen ersten und drei zweite PlĂ€tze.

Den ersten Platz belegte die Stiftung Lichtblick aus Velbert mit ihrem Projekt Haus Seeblick. Dieses Haus direkt am Essener Baldeneysee ist der gemauerte Beweis dafĂŒr, dass Klassenfahrten nicht teuer sein mĂŒssen; und trotzdem eine Menge Spaß machen können. Beim Rudern, Stand-up-Paddeling und Klettern vergessen SchĂŒlerinnen und SchĂŒler ganz rasch vermeintliche Prestige-Ziele. Die 3000 Euro Preisgeld sollen in ein Drachenboot investiert werden, in dem Gruppen unter wĂŒstem Trommeln den Baldeneysee erobern können.

Die drei zweiten PlĂ€tze bekamen jeweils 1000 Euro fĂŒr ihre Projekte. Das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium in Ratingen galt der Jury als kreisweites Vorbild in der Gesundheits-AufklĂ€rung. Dazu haben SchĂŒler, Lehrer und Eltern zusammengearbeitet. Gemeinsam schufen sie den „Health-Care-Day“, einem Tag mit 45 Gesundheitsprojekten. Sieben davon wurden allein durch SchĂŒler gestaltet. Aus der großen Liste durfte sich jede SchĂŒlerin und jeder SchĂŒler drei Favoriten heraussuchen. Unter den Angeboten war der Tanz nach Vorbild großer Stars oder auch Flag-Football, eine gemĂ€ĂŸigte Version des US-amerikanischen Originals. Mit dem Preisgeld werden die Ratinger ihren schuleigenen Entspannungsraum aufmöbeln.

Von der WĂŒlfrather Lindenschule war Schulleiterin Ulrike Weber mit einer Abordnung von Kids in Lauf-T-Shirts gekommen. Dort sind SchĂŒler, Lehrer und Eltern gleichermaßen begeistert fĂŒrs Laufen. Montags, mittwochs und donnerstags treffen sich einige von ihnen vor dem Unterricht zu einer ersten Runde durch die Stadt.

Und in diesem Jahr wird die Lindenschule zum sechsten Mal den WĂŒlfrather SchĂŒlerlauf organisieren. In den zurĂŒckliegenden Jahren kamen jeweils mehr als 160 Teilnehmer.

Unter dem Titel „Wir sprechen giraffisch“ steht der dritte zweite Platz, den die von der Arbeiterwohlfahrt gefĂŒhrte KindertagesstĂ€tte Casa Fantasia (Velbert) bekam. Dabei lernen bereits Vorschulkinder, wie verletzend unbedacht eingesetzte Sprache sein kann.

Quelle: RP

AustauschschĂŒler fliegen nach Vermillion

Ratingen. Zwölf SchĂŒler des DBG besuchen fĂŒr zwei Wochen Ratingens amerikanische Partnerstadt.

Es ist 7 Uhr und die SchĂŒler, die am zweiwöchigen Austauschprogramm des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums teilnehmen, warten mit ihren Lehrern in der Abflughalle des DĂŒsseldorfer Flughafens auf den Check-In.

Es herrscht eine aufgeregt erwartungsvolle AtmosphĂ€re: Endlich ist es soweit, Amerika ist schon ganz nah, darauf haben sich alle seit Wochen gefreut, ein Traum geht in ErfĂŒllung. Doch neben diesen positiven Erwartungen schwingen in diesem Jahr auch Sorgen und BefĂŒrchtungen beim Besuch in den USA mit: Wie wird es sein, in dieses Land zu reisen, dessen neuer PrĂ€sident mit seiner „America first“-Ideologie langjĂ€hrige Partnerschaften aus Politik, Wirtschaft und Kultur auf den PrĂŒfstand stellt?

Mehr als 16 Stunden Flug standen vor der Reisegruppe, bis sie endlich im Bundesstaat South Dakota landeten und sich zur letzten Etappe auf die einstĂŒndige Autofahrt nach Vermillion aufmachten. Dort lernten sie dann ihre amerikanischen Gastfamilien kennen, mit denen sie schon im Vorfeld ĂŒber Skype einen persönlichen Kontakt aufgebaut hatten. Daher wussten einige SchĂŒler auch, dass viele Bewohner von Ratingens Partnerstadt der Politik ihres PrĂ€sidenten Trump mit derselben Skepsis begegnen.

Marie Mengeler etwa hatte mit ihrer amerikanischen Familie noch gar nicht ĂŒber Politik gesprochen. Sie hoffte nur, dass sie dort keine Trump-AnhĂ€nger vorfindet. „Ich freue mich besonders auf meine Gastfamilie und auf die andere Kultur. FĂŒr mich geht mit dieser Reise ein Traum in ErfĂŒllung und wirklich Angst habe ich eigentlich nur vor Schlangen!“ Lea Leithe machte sich da schon andere Sorgen, da Trump die Gesetze zur Einreise verschĂ€rft hat. „Es könnte Komplikationen bei der Passkontrolle geben, auch wenn ich nicht zur Personengruppe gehöre, die Schwierigkeiten befĂŒrchten muss.“ Jana Kunkel, die die russische Staatsangehörigkeit besitzt, hatte konkretere BefĂŒrchtungen: „Ich frage mich, wie die Amerikaner auf mich reagieren werden. Ich hoffe nicht, dass ich bei der Einreise Schwierigkeiten habe.“ Aber auch sie freute sich riesig, die Chance zur Teilnahme an dieser Reise erhalten zu haben, bei der z. B. auch AusflĂŒge zum Mount Rushmore National Monument und zu Indianerreservaten zum Programm gehören.

Thalina GlĂŒck beschriebt ihre GefĂŒhlslage so: „Ich hoffe, dass in den zwei Wochen, in denen wir dort sind, nichts Gravierendes passiert. Twitter-Nachrichten steuern ja nicht die Politik. Ich denke, der Terror ist eine weitaus grĂ¶ĂŸere Gefahr, aber davon wollen wir uns nicht einschĂŒchtern lassen.“

Joni Blume wusste nicht, wie sie reagieren wird, wenn ihr ein Amerikaner erzĂ€hlt, wie toll er Trump findet. Sie ist aber davon ĂŒberzeugt, dass hinter Grenzbeamten, die das Handy durchsuchen, einer Visums-Website, auf der zu lesen ist, dass man den Datenschutz vergessen kann, und einer US-Regierung, die einem Ängste bereitet, ein Land voller ganz normaler Menschen steht: „Trump möchte Amerika isolieren – dieser Austausch bezweckt das Gegenteil.“

RP 25.04.2017

Die WesthĂ€kchen feiern Premiere ihres neuen Kabarett-Programms „XY“

Ratingen-West. „Ich glaube, wir haben eine gute Mischung zusammengestellt, die viele Menschen ansprechen wird: es gibt politische Themen, die zum Nachdenken anregen, und Sketche, die einfach nur lustig sind.“ Wenn die SchĂŒlerin Katharina Meschig ĂŒber das neue Programm der WesthĂ€kchen spricht, ist sie nicht ganz objektiv, denn sie zĂ€hlt selbst zum Ensemble. Trotzdem sollte man auf ihre Worten vertrauen, denn die Kabarettgruppe des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums hat – trotz naturgemĂ€ĂŸ wechselnder Besetzungen – ihr Publikum immer gut unterhalten. Das ist nicht zuletzt ihrem engagierten Regisseur Heiner van Schwamen zu verdanken. Das neue Programm trĂ€gt den Titel „XY“ und hat am 15. MĂ€rz im Freizeithaus West Premiere. 

Katharina Meschig besuchte unsere Redaktion gemeinsam mit einem weiteren Ensemblemitglied, nĂ€mlich Alexander Seidel, der auch als SĂ€nger und Songschreiber in unserer Stadt bekannt ist. Er wirkt bereits zum vierten Mal an einem WesthĂ€kchen-Programm mit, wĂ€hrend Katharina Meschig zum zweiten Mal dabei ist. Zum aktuellen, zehnköpfigen Ensemble gehören aber auch vier DebĂŒtanten. 

Seit Beginn des Schuljahres 2016/2017 wird am Programm gearbeitet. „Wir tragen zunĂ€chst einmal Themen zusammen, die wir fĂŒr interessant halten“, berichtete Alexander Seidl. Politische Tendenzen, fĂŒr die die Namen Putin und Erdogan stehen, die virtuelle RealitĂ€t, ĂŒberhaupt die immer weiter fortschreitende Technisierung – mit diesen und vielen weiteren Themen beschĂ€ftigen sich die WesthĂ€kchen im neuen Programm. Aber auch die TĂŒcken des Schulalltags werden aufs Korn genommen – „zum Beispiel, dass nie ein Hausmeister da ist, wenn man einen braucht“, merkte Alexander Seidl schmunzelnd an. 

An den einzelnen Sketchen arbeiten die HĂ€kchen meistens mit der ganzen Gruppe. Und da muss der eine oder andere auch damit leben lernen, dass mal eine seiner Ideen verworfen wird. Es wird demokratisch entschieden und auch Heiner van Schwamen lĂ€sst die SchĂŒler meist gewĂ€hren. „Er ist aber sehr wichtig fĂŒr uns. Wir können uns mit allen Fragen an ihn wenden“, lobte Katharina Meschig. Der Lehrer am DBG hat ja auch reichlich Erfahrung, er hat die WesthĂ€kchen gegrĂŒndet und schon viele „SchĂŒler-Kabarett-Generationen“ kommen und gehen gesehen. 

Und noch in einem zweiten Punkt können die SchĂŒler auf Erfahrung bauen: FĂŒr den technischen Ablauf sind Ex-WesthĂ€kchen zustĂ€ndig, die lĂ€ngst ihr Abitur in der Tasche haben. So kann sich das Ensemble ganz auf Text, Gestik und Mimik konzentrieren. „Diese UnterstĂŒtzung ist auch deshalb wertvoll, weil es im Programm ,XY‘ rasche Szenenwechsel gibt. Da muss auch hinter der BĂŒhne alles wie am SchnĂŒrchen klappen“, sagte Katharina Meschig. 

In einem waren sich die beiden Redaktionsbesucher auf jeden Fall einig: Im Ensemble herrscht ein positives Gruppen-Feeling, jeder hilft jedem wo er kann. Daher gibt es auch ein spezielles Ritual hinter der BĂŒhne, um vor der AuffĂŒhrung Lampenfieber abzubauen. Dass gerade die DebĂŒtanten reichlich nervös sein werden, bevor sie ins Rampenlicht treten, kann man sich gut vorstellen. Doch Alexander Seidl rĂ€t ihnen: „Genießt den Auftritt! Auf der BĂŒhne fĂ€llt die NervositĂ€t schnell von einem ab. Und wenn der Schlussapplaus aufbrandet, ist das der Lohn fĂŒr alle MĂŒhen und du bist nur noch glĂŒcklich!“ 

Vom 13. bis zum 17. MĂ€rz „gehört“ das Freizeithaus West am Berliner Platz den HĂ€kchen. Am Montag und Dienstag haben die Ensemblemitglieder schulfrei, dann finden ganztĂ€tig BĂŒhnenproben statt. Aber auch die Premiere von „XY“ am Mittwoch, 15. MĂ€rz, um 19.30 Uhr ist so etwas wie eine Generalprobe vor Publikum. Die weiteren AuffĂŒhrungen sind zur gleichen Uhrzeit am Donnerstag, 16., und Freitag, 17. MĂ€rz. Eine zusĂ€tzliche Vorstellung geben die WesthĂ€kchen am Mittwoch, 29. MĂ€rz, um 19.30 Uhr in der Lintorfer Manege. 

Neben Katharina Meschig und Alexander Seidl gehören zum aktuellen Ensemble: Lena Windisch, Cora Michels, Linus Richter, Ruben Alpmann, Anton Lenger (er ist wie Alexander Seidl zum vierten Mal dabei), Chantal Steiner, Caro Wolter und Tatjana Semkin. Die Eintrittskarten fĂŒr das Freizeithaus sind zum Preis von sechs Euro (SchĂŒler vier Euro) im Sekretariat des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums, im Kulturamt, im ReisebĂŒro Tonnaer und bei Euronics Johann+Wittmer erhĂ€ltlich. 
mp

Ratinger-Wochenblatt

WesthÀkchen feiern ihre Premiere

Das junge Ensemble bot anderthalb Stunden lang seine eigene, witzige Sicht auf die Welt. FOTO: A. Blazy

Ratingen. Aus dem Programm „XY“ lernten die begeisterten Zuhörer unter anderem, dass Ratingen eine „Wall Street“ hat. Von Monika von KĂŒrten
WEST Gut eineinhalb Stunden erlebte ein begeistertes Publikum wortgewandten Witz – und bekam eine bunte Mischung aus Comedy, Kabarett und Show geboten. Aus jugendlicher Sicht betrachtet, brachten die WesthĂ€kchen auf lustige und sympathische Weise MissstĂ€nde, Probleme und PhĂ€nomene der heutigen Zeit in einer bunten Mischung aus Schauspiel, Musik und Fotos auf die BĂŒhne.

Gleich zu Beginn ging es um Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Ratingen und den USA: „Wir haben zwar keinen Trump Tower, dafĂŒr aber drei TĂŒrme“, wurde unter anderem erklĂ€rt. Zu sehen gab es Fotos vom Dicken Turm, dem Trinsen- und Kornsturm. Ein Foto vom Straßenschild „Wallstraße“ unterstrich die Behauptung, dass es auch in Ratingen ein Finanzzentrum an der „Wallstreet“ gibt.

In den weiteren Darbietungen ließen ein Patient mit Kommunikationsstörung beim Psychiater, eine AbiturprĂŒfung in Form einer RTL-Castingshow, das neue Unterrichtsfach „Schießen“ in der Grundschule, eine WohnungskĂŒndigung durch Nachbarn, die keine Kinder mögen und vieles mehr keine Langeweile aufkommen. Die WesthĂ€kchen machten keinen Halt vor Trump, Putin und Erdogan, und auch deutsche Politiker wurden aufs Korn genommen.

„Ich bin immer wieder beeindruckt von der Leistung der Laiendarsteller und wie aktuell sie dabei sind. Mir gefĂ€llt es, dass die SchĂŒler selber die Themen aussuchen und umsetzen können“, sagte eine begeisterte Zuschauerin, die schon lange Fan der Theatergruppe ist.

„Aber gerade neue Schauspieler zu finden ist nicht leicht, und es ist eine Herausforderung, die SchĂŒler bei Laune zu halten. Denn das Korsett Schule wird immer enger geschnĂŒrt. Der Unterricht geht bis in den Nachmittag, es gibt fĂŒr sie viele sonstige Termine. Da ist es unter UmstĂ€nden schwierig, fĂŒr die ‚WesthĂ€kchen‘ Zeit aufzubringen. Sogar heute Morgen bei der Generalprobe konnten zwei SchĂŒler beispielsweise nicht dabei sein“, sagte Heiner von Schwamen, Regisseur und GrĂŒnder der Theatergruppe.

Das Ensemble besteht aus zehn SchĂŒlern der Jahrgangsstufen neun bis zwölf. Vier von ihnen sind in diesem Jahr das erste Mal dabei. ZusĂ€tzlich wird die Gruppe von zwei Ehemaligen unterstĂŒtzt, die in Gastrollen auftreten. „Bei uns herrscht ein guter Teamgeist, das haben wir in den letzten Tagen bei den intensiven Proben besonders gemerkt. Jeder hilft und motiviert jeden. Gemeinsam hatten wir auch die Themen fĂŒr das Programm zusammengestellt, und ĂŒberlegt, wie wir sie am besten rĂŒberbringen können „, erklĂ€rte Cara, ein „alter Hase“.

Lang anhaltender Applaus belohnte nach der gelungenen Vorstellung die Arbeit der witzigen jungen Schauspieler.

RP 17.03.2017

FlĂŒchtlingskinder lernen schnell

Ratingen · Aktueller Stand der Integrationsarbeit der Stadt: Sie bemĂŒht sich um möglichst homogene Lerngruppen.

RP 20.01.2017, 00:00 Uhr 3 Minuten Lesezeit

„Wir tun sehr viel fĂŒr die Integration der FlĂŒchtlingskinder“, bilanziert Stadtoberinspektorin Stephanie Engelhardt. Im von Schuldezernent Rolf Steuwe geleiteten Ressort ist sie fĂŒr die Beschulung der sogenannten Seiteneinsteiger zustĂ€ndig.

Einschulungen erfolgen koordiniert, vorher wurde persönlicher Kontakt zu jeder Familie aufgenommen. Bei Hausbesuchen mit der SchulsozialpĂ€dagogin Hegic konnten Parameter wie Alter und Leistungsstand ermittelt werden. „So war es uns möglich relativ homogene Lerngruppen zu bilden.“

Info

Austausch im Fachforum ĂŒber geflĂŒchtete Kinder

Zahl Kreisweit besuchen derzeit etwa 2000 zugewanderte SchĂŒler, sogenannte Seiteneinsteiger, eine der allgemeinbildenden Schulen.

Herkunft Die meisten von ihnen kommen aus Syrien, Afghanistan und dem Irak. Viele sind durch Krieg und Flucht traumatisiert.

Termin Mittwoch, 1. Februar, 14 bis 17 Uhr, referiert Kinder- und Jugendpsychotherapeutin im Fachforum DaZ des Kreisintegrationszentrums zu „GeflĂŒchtete Kinder und Jugendliche mit traumatischen Erfahrungen“.

Anmeldung Die Teilnahme ist kostenlos. Um Anmeldung per Mail wird an anmeldung.ki@kreis-mettmann.de bis 25. Januar 2017 gebeten.

Am Innenstadtgymnasium wurde eine reine Jungengruppe installiert, die von 15-17-JĂ€hrigen, grĂ¶ĂŸtenteils unbegleiteten FlĂŒchtlingen besucht wird. Am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium hingegen wurde eine Gruppe installiert, die ausschließlich von Analphabeten besucht wird, die aber allesamt aus dem arabischsprachigen Raum stammen. Das Alter variiert hier jedoch erheblich.

In Ratingen gibt es aktuell neun Seiteneinsteigergruppen an den weiterfĂŒhrenden Schulen (1 HS, 3 RS, 5 GYM) sowie zwei am Berufskolleg. Am Franz-Rath-Weiterbildungskolleg gibt es ebenfalls zwei Vorkurse, die speziell fĂŒr FlĂŒchtlinge ab 17 Jahren eingerichtet wurden. In den Grundschulen gibt es keine gesonderten Klassen. Hier erfolgt die Beschulung innerhalb der Regelklassen. Der Sprachunterricht erfolgt in Ă€ußerer Differenzierung. Das ist ĂŒbrigens auch in drei Gruppen der weiterfĂŒhrenden Schulen an der KĂ€the-Kollwitz-Schule sowie in je einer Gruppe der Friedrich-Ebert-Schule und des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums so der Fall.

In Zusammenarbeit mit der NeanderDiakonie wurde ein Projekt initiiert, was sich inzwischen in der flĂ€chendeckenden Umsetzung befindet: An beiden Gymnasien wurden zum 1. MĂ€rz 2016 Assistenzlehrer eingestellt. Sie weisen selber einen FlĂŒchtlingshintergrund vor und verfĂŒgen ĂŒber einen akademischen Hintergrund. Stundenweise unterstĂŒtzen sie die Klassenlehrer. Dabei ĂŒbersetzen und erklĂ€ren sie schwierige Unterrichtsinhalte in die Muttersprache, bereiten Aufgaben in Kleingruppen nach, fĂŒhren ElterngesprĂ€che in Muttersprache und nehmen an Konferenzen teil.

Seit dem neuen Schuljahr verfĂŒgt auch die KĂ€the-Kollwitz-Schule ĂŒber einen Assistenzlehrer. Die GesprĂ€che mit entsprechenden Posten fĂŒr die Friedrich-Ebert-Schule und das Kopernikus-Gymnasium laufen derzeit. „Der Einsatz soll spĂ€testens zum neuen Halbjahr starten.“ 64.200 Euro betrĂ€gt der Gesamtaufwand der Maßnahme. Der Rat hat der entsprechenden Vorlage am 20. Dezember 2016 zugestimmt.

Wie viele neue Lehrer mit der Zusatzqualifikation im Bereich Deutsch als Zweitsprache (DaZ) oder Deutsch als Fremdsprache(DaF) eingestellt wurden, lĂ€sst sich nur schwer beantworten. Theoretisch, so fĂŒhrt Stephanie Engelhardt aus, mĂŒsste die Bezirksregierung fĂŒr jede Gruppe Ă  18-20 Kinder eine halbe Lehrerstelle zur VerfĂŒgung stellen. Diese kann aber auch aus vorhandenen StellenĂŒberhĂ€ngen bedient werden, so dass es nicht unbedingt zu Neueinstellungen kommen muss. Einige Schulen profitieren von einer alten Regelung und haben pro Gruppe eine volle Stelle erhalten. Andere Schulen haben keine zusĂ€tzlichen Stellenanteile erhalten, weil der Stellenplan der Bezirksregierung dies nicht hergab. In solchen FĂ€llen mĂŒssen die Schulen den Unterricht durch interne Organisationsmaßnahmen sicherstellen.

Es gibt eine Vielzahl weiterer außerschulischer Angebote, wie die Samstags-Sonntagsschule der NeanderDiakonie, dem Lernpatenprogramm der Caritas, dem Lesetraining ĂŒber den Mentoring e.V. sowie diverser ehrenamtlicher Angebote zur Hausaufgabenbetreuung, die innerhalb der einzelnen UnterkĂŒnfte oder ĂŒber die Freiwilligenbörse (SkF) koordiniert werden.

Um LehrkrĂ€fte fĂŒr die neuen Aufgaben zu schulen, bietet das Kreisintegrationszentrum Mettmann (KI) Fortbildungen an, die stark nachgefragt sind. Auch andere Fortbildungsinhalte werden angeboten, zum Beispiel Umgang mit Traumata oder allgemeine Seminare zum Thema „interkulturelle Kompetenz“. Das KI steht den Schulen auch grundsĂ€tzlich zur Beratung zur VerfĂŒgung.