Schule ist weit mehr als ein Ort, an dem man Matheaufgaben löst, Vokabeln lernt oder Klassenarbeiten schreibt. Unsere Schule soll ein Ort sein, an dem sich Schüler und Schülerinnen wohlfühlen, gehört werden und sich als Teil einer Gemeinschaft sehen. Natürlich sind Wissen und Leistung wichtig – aber sie sind nicht alles. Genauso bedeutsam ist es, dass wir Schüler lernen, Verantwortung zu übernehmen, respektvoll miteinander umzugehen, eigene Meinungen zu entwickeln und diese auch zu äußern.
Regeln spielen am DBG eine wichtige Rolle, nicht um einzuschränken oder zu kontrollieren, sondern um ein respektvolles, sicheres und faires Miteinander zu ermöglichen. Sie schaffen Orientierung im Schultag und helfen dabei, dass sich alle Schüler und Schülerinnen wohlfühlen können. Regeln sind kein Selbstzweck, sondern dienen dazu, dass Lernen, Zusammenarbeit und Gemeinschaft funktionieren.
Nachdem uns deutlich geworden ist, warum Regeln so wichtig sind für das Zusammenleben am DBG, lohnt sich nun ein genauer Blick darauf, welche Regeln im Schulalltag gelten, welche sich verändert haben und wo es noch Probleme bei der Einhaltung gibt.
An unserer Schule gibt es viele Regeln, die von den meisten Schülerinnen und Schülern auch eingehalten werden. Dazu gehören zum Beispiel, dass die Klassenräume sauber verlassen werden, Müll richtig entsorgt wird und ein faires Miteinander selbstverständlich ist. Diese Regeln tragen dazu bei, dass sich alle im Schulalltag wohlfühlen können. Die Lehrer sind dafür zuständig, die Regeln bei den Schülern durchzusetzten, falls diese mal vergessen werden.
Es gibt jedoch auch Regeln, die sich im Laufe der Zeit verändert haben. Zum Beispiel wird während des Unterrichts das Haarbachtor nicht mehr geschlossen. Außerdem dürfen Schülerinnen und Schüler während der fünfminütigen Pause jetzt auch das Klassenzimmer verlassen und zur Cafeteria oder auf die Toilette gehen. Neu ist auch, dass das Sitzen auf den Treppen erlaubt ist und sich Schülerinnen und Schüler nun im Schulgebäude aufhalten dürfen, was früher nicht gestattet war.
Eine weitere wichtige Veränderung ist die Einführung beziehungsweise die stärkere Präsenz des Anti-Bullying-Teams, das sich aktiv gegen Mobbing einsetzt. Um die Wirkung der neuen Maßnahmen besser einschätzen zu können, habe ich das Anti-Bullying-Team befragt. Dazu gehören Frau Blum-Campa, Frau Wolter, Frau Lacerenza, Frau Hylla, Herr Graf und Herr Hinkel. Diese sind jederzeit für uns Schüler und Schülerinnen da und helfen uns bei Problemen wie Mobbing, einem Gefühl von Ausgrenzung oder sind auch einfach nur offen für Verbesserungsvorschläge im Bezug auf das gesamte System Schule. Wie gesagt, habe ich das Team kurz befragt, um genauer zu sein Frau Blum-Campa. Ich fragte, ob sie schon positive Veränderungen bemerkt habe. Daraufhin antwortete sie, dass das Anti-Bullying-Team schon deutlich positive Veränderungen hervorgerufen habe. Sie konnten schon vielen Kindern unserer Schule helfen, von Mobbing befreit zu werden. Wenn Schüler/innen zu ihnen gehen und Hilfe suchen, weil sie frustriert sind, steht in erster Linie im Vordergrund, das Kind zu beschützen, ihm/ihr ein sicheres Gefühl zu geben und klarzumachen, dass es nicht alleine ist. Dann wird alles andere geklärt, damit das Mobbing komplett aufhört.
Trotzdem gibt es einige Regeln, die nicht immer eingehalten werden. Dazu zählen vor allem die Lautstärke auf den Gängen sowie die Handy-Nutzung während des Unterrichts. Diese Verstöße können den Unterricht stören und führen häufig zu Konflikten zwischen Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern. Der Lärm auf den Gängen stresst Schüler und Lehrpersonal zusätzlich zum normalen Schulalltag und führt dazu, dass der Lehrerberuf und auch der Schulalltag für die Schüler als sehr anstrengend wahrgenommen wird, denn Lärm kostet alle Beteiligten Kraft.
Eine neue Regel wurde gerade jetzt eingeführt–15min länger Mensa-Zeit. Dies bedeutet, dass der Unterricht um 15min gekürzt wird, damit die DBG-Schüler alleine in der Mensa essen können, ohne von den Gesamtschülern gestört zu werden. Wenn man jetzt aber an der Gothaer Straße Sport hat, kann dies schnell zum Nachteil werden, denn man läuft in der Pause, die regulär 15 min geht, zur Sporthalle und 15 zurück zur Schule, während der letzten Unterrichtsphase. Nun soll man den Unterricht montags, mittwochs, Donnerstag und freitags in der 5/6 Stunde 15min früherer beenden, damit die Schüler früher ihre Mensa-Zeit haben. Das bedeutet dann aber auch, dass der Sportunterricht immer früher beendet werden muss und immer weniger Zeit für sportliche Aktivität zur Verfügung steht. Ist dies jetzt insgesamt dann ein Vorteil oder eher ein Nachteil?
Abschließend lässt sich sagen, dass Regeln weder nur ein Fluch noch nur ein Segen sind. Sie sind notwendig, damit unser Schulalltag funktioniert und sich alle sicher und respektiert fühlen können. Ohne Regeln gäbe es Chaos, Konflikte und Ungerechtigkeit. Gleichzeitig ist es wichtig, Regeln regelmäßig zu überdenken und anzupassen, damit sie fair bleiben und den Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler entsprechen.
Dania Amin Rashany/Blog-AG
