Psychische Belastungen in der Schule

Psychische Belastungen von Kindern und Jugendlichen haben durch die Schule 2025 stark zugenommen und sind auch zu einem wichtigen Thema in der Gesundheitspolitik geworden. Befragungen zeigen, dass die Schule selbst zum Belastungsfaktor werden kann, insbesondere durch Leistungsdruck und fehlende Unterstützung von Eltern und Lehrkräften. Im Jahr 2024 wurde schon festgestellt, dass jeder fünfte Schüler unter psychischer Belastung leidet und 17% der Jugendlichen häufig von emotionalen Problemen berichteten, wobei Mädchen stärker betroffen sind. Die Zahlen sind bis 2025 gestiegen. Psychische Belastungen bei Schülern entstehen nicht nur innerhalb der Schule, sondern auch außerhalb des Unterrichts. Dabei sind Konflikte mit Gleichaltrigen oder innerhalb der Familie und häusliche Gewalt häufige Themen, die bei der Therapie angefragt werden. Kinder, die von ihren Eltern wenig oder keine Unterstützung erfahren, sind deutlich stärker gefährdet. 

Wir haben mit unserer Schulsozialarbeiterin Shiva Ghadimi über das Thema „Psychische Belastung“ von Jugendlichen und Kindern an unserer Schule gesprochen.  

Schülerinne und Schüler kommen meist zu ihr, wenn sie (starke) Sorgen bis hin zu massiven Belastungen im persönlich-, familiären oder schulischen Bereich verspüren. Umgang mit Leistungsdruck, Umgang mit digitalen Medien, Lernen zu lernen und Tipps rund um das Thema Selbstfürsorge sind Themeninhalte, die alle Jahrgangsstufen betreffen.  

Wenn betroffene Schüler/-innen sich wohlfühlen oder das Angebot wahrnehmen, geht Frau Ghadimi davon aus, dass die Schüler/-innen sich bei ihr vertrauensvoll aufgehoben fühlen. Das Angebot der Schulsozialarbeit ist freiwillig und Frau Ghadimi hat eine Schweigepflicht, welche sie nur brechen darf, wenn das Wohl eines Kindes/Jugendlichen in Gefahr ist. 

Ein weitere Angebot zur psychischen Gesundheit an unserer Schule ist z.B. Lion Quest „Erwachsen werden“ (5/6 Jahrgangsstufe), wo sich die Schüler/-innen mit Themen des sozialen Lernens beschäftigen und dadurch in ihrem Selbstwertgefühl gestärkt werden. Das Programm „Respekt-Coaches“ stärkt Schüler/-innen ab Klasse 5 in ihrer Persönlichkeit und vermittelt wichtige demokratische Werte. Das Programm fördert ein respektvolles und demokratisches Miteinander im Schulalltag und wirkt präventiv gegen Ausgrenzung, Diskriminierung, Gewalt und Extremismus. An den „Methodentagen“ (für alle Jahrgangsstufen) sollen jedes Jahr an drei aufeinander folgenden Tagen den Schüler/-innen Methoden an die Hand gegeben werden, die den Lernzugang zu den verschiedensten Bereichen fördern und zugleich vereinfachen.  

Jugendliche zwischen 14 und 16 Jahren geben unserer Schulsozialarbeiterin am häufigsten in Gesprächen die Rückmeldungen, dass sie sich aus unterschiedlichen Gründen (stark) belastet fühlen.  

Frau Ghadimi hat uns außerdem noch Beispiele gegeben, wie sie den Betroffenen auch noch in diesen schwierigen Situationen weiterhilft: Seit mehreren Jahren arbeitet sie eng zusammen mit Frau Pannen und Frau Kluytmans an einem schönen Projekt mit den 6er Klassen anlässlich des Weltkindertages. Alle Kinder werden von ihnen über ihre Kinderrechte aufgeklärt und im Anschluss folgt eine Kunstaktion zum Thema der Kinderrechte, die dem Bürgermeister der Stadt Ratingen präsentiert wird. Es gibt auch das Angebot der „Gesunden Schule“, wo es jeden Tag/Woche in der Cafeteria neue Gerichte zu probieren gibt. Auch das trägt dazu bei, dass Schülerinnen und Schüler sich am DBG wohl fühlen, da sie gesehen werden. 

Frau Ghadimi braucht immer die Bereitschaft von Kindern/Jugendlichen mit ihr aktiv zusammen arbeiten zu wollen. Nur so können sie gemeinsam an für die Kinder/Jugendlichen persönlich zugeschnittenen Lösungen arbeiten. Es ist dann besonders schön zu sehen, wenn Schüler/-innen ihre eigenen Wege gehen und ihre zusätzliche Unterstützung nicht mehr benötigen. 

Auch wenn die meisten Schüler/-innen ihr Angebot annehmen und sich wohl bei Frau Ghadimi fühlen, gibt es auch Schüler/-innen und/oder Eltern, die nicht zu ihr kommen wollen. 

Sie haben beispielsweise schlechte Erfahrungen in der Vergangenheit an anderen Schulen mit Pädagoginnen und Pädagogen gesammelt und lehnen daher ein Gespräch mit ihr ab. Manchmal sehen Schüler/-innen oder Eltern keine Notwendig mit Frau Ghadimi ein Gespräch zu führen, weil sie Themen mit sich persönlich ausmachen wollen. Außerdem fühlen sie sich manchmal von ihren Eltern unter Druck gesetzt ein Gespräch mit ihr wahrzunehmen. Entweder kommen die Schüler/-innen dann erst gar nicht zu ihr oder brechen nach kürzester Zeit die Gespräche ab. Es gibt aber auch Situationen, in denen die Schulsozialarbeiterin den Druck spürt und sie das Gespräch von sich aus abbricht und ihr Angebot gerne für einen späteren Zeitpunkt aufrechterhält, wenn die betreffende Person die Bereitschaft zum Gespräch dann wirklich mitbringt. 

Wir danken Frau Shiva Ghadimi für die Zusammenarbeit mit uns! 

Elif und Juna 8b/Blog-AG