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Westhäkchenprogramme

2012 "Datei sein ist alles"

Mit ihrem neuen Programm „Datei sein ist alles“ knüpfen die Westhäkchen nahtlos an ihre „Sinnthesen“ aus dem letzten Jahr an. Beim Brainstorming zu den Themen, die aktuell den Schülern unter den Nägeln brennen,wurde klar, dass es weiter die Suche nach dem Sinn ist. Und zwar in einer Zeit immer realistischerer multimedialer Spiegelungen der Realität und der scheinbar immer weniger möglichen Bewältigung der Realität ohne die Nutzung von Medien. Und die gesellschaftliche Wirklichkeit zeigt zum einen wachsenden Überfluss und gleichzeitig wachsenden Mangel.

Wie kann man noch frei zu seinem Weltbild finden bei der totalen Präsenz der Medien. In einer Welt voller Extrema scheint das Normale zum Randgruppen Phänomen zu werden. Alles scheint möglich und wichtig – doch gleichzeitig nichtig.
 
Kann man sich heutzutage dem Internet überhaupt entziehen? Ist der stetig wachsende Datenfluss noch steuerbar? Ist die Euro-Krise vielleicht nur ein medial inszeniertes Konstrukt, auch um die Sensationsgeilheit von Menschen zu befriedigen? Kann man die dahinter stehenden Interessen überhaupt noch aufdecken?
Wie gewohnt gehen die Häkchen den großen Fragen aber nicht mit trockenen Analysen und erhobenem Zeigefinger nach, sondern mit Witz und Charme, und überschreiten spielend die Grenzen von Kabarett, Comedy und Show.
(van Schwamen)

2011 Sinnthese

Hösel

Junges Kabarett im Kulturkreis

VON RUTH ORTLINGHAUS - zuletzt aktualisiert: 15.02.2011

Hösel (RP) Mit dem Auftritt der Westhäkchen in Hösel hat Regine Walther vom Kulturkreis offenbar einen Treffer gelandet – wichtig auch für ein zentrales Anliegen der Höselaner: auch mal jüngeres Publikum anzuziehen, ohne die Stammzuschauer zu verlieren.
„Westhäkchen goes Hösel" hieß es am Freitag. Dafür gab es am Ende lautstarke, lange Ovationen von weit über 100 Besuchern im Kulturkreis Hösel. Regisseur Heiner von Schwamm strahlte, alle Akteure jubelten. Hochstimmung pur.
"Das war erheblich besser als Vieles im Fernsehen", dankte die Initiatorin Regine Walther und traf damit ins Schwarze. Hier mischten die jungen Komödianten des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums witzig, frech, intelligent, geistreich und doppelbödig Kabarett, Comedy und Parodie. Mit ihrem neuen Programm "SinnThesen" zeigten sie eine kabarettistische Show der Superlative. Mal gewollt überzogen, mal vornehm zurückhaltend, legten sie aus ihrer Sicht die Finger in die Wunden der Gesellschaft.
Auf hohem Niveau
Die Szenen bezeugten den Tiefgang im Denken junger Menschen. An diesem Abend erfüllte sich der Wunsch von Regine Walther, die Sehnsüchte, Träume, Wünsche, das Denken und Fühlen junger Menschen zu erleben. Walther betonte damit das Anliegen des 37-jährigen, privaten Kulturkreises mit weit über 500 Mitgliedern, sich neben den gewachsenen Strukturen auf hohem Niveau – angenommen von einem vorwiegend älteren Publikum – noch stärker für junge Leute zu öffnen. Seit Jahren musizieren junge Gewinner des Deutschen Musikrates im Kulturkreis – "eine einmalige Gelegenheit, junge Spitzenmusiker in unmittelbarer Nähe zu erleben", so Walther. Auch Studenten der Kunstakademie Düsseldorf waren mit ideenreichen Projekten vertreten, ebenfalls Schauspielschüler des Folkwang-Museums der schönen Künste.
Der Liebling der Kinder, "Ritter Rost" mit anschließendem Malwettbewerb, zog die jungen Besucher in Scharen an. Das neue Ziel des Kulturkreises: generationenübergreifende Angebote zum kulturellen Austausch von Jung und Alt zu gegenseitiger Bereicherung und Verständigung.
Die Westhäkchen, das kann man nach dem Auftritt ohne Einschränkung sagen, waren ein großer Schritt auf diesem Weg.